Wissenschaftliche Jahrestagung am Freitag, 02. November 2018 in Wiesbaden-Naurod

Erziehungsziele und Elternnöte heute – 50 Jahre 1968

Erziehungsunsicherheiten und die damit einhergehenden Nöte von Eltern sind keine Erscheinung der heutigen Zeit. Ihre Form und Ausprägung unterliegen dem gesellschaftlichen Wandel und sind geprägt von den jeweils zeitgemäßen Erziehungszielen.
Erziehung und ihre persönlichkeitsbildende und gesellschaftliche Verantwortung waren ein zentrales Thema der 68er-Bewegung. Bei der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit ging es auch um die Rolle von (autoritärer) Erziehung.
Hat diese damals vorwiegend kritische sowie oft pauschal negative Betrachtung des Erziehungshandelns heute 50 Jahre später zu einer Scheu vor elterlicher Verantwortung beigetragen? Erleben wir inzwischen nicht nur Eltern, die Erziehung an öffentliche Einrichtungen delegieren, sondern auch viele, die grundsätzliche Schuldgefühle bei der Vorstellung entwickeln, die Freiheit bzw. freie Persönlichkeitsentwicklung ihrer Kinder einzuschränken, wenn sie ihnen Anpassungsleistungen abverlangen?
Die diesjährige Tagung soll den Wandel der Erziehungsstile nachvollziehen und die veränderten Erwartungen der Gesellschaft an die heutigen Eltern betrachten. Dabei soll auch die psychologische Seite der Erziehungsunsicherheiten bei den Eltern in den Fokus genommen werden.
ErziehungsberaterInnen unterstützen in der Beratung Eltern beim Verstehen eigener Erziehungsstile und stärken sie so für eine der heutigen Zeit angemessene Unterstützung ihrer Kinder durch Erziehung in tragfähigen Beziehungen.
Die Tagung wird sich mit zwei Vorträgen aus der Forschungsperspektive diesen Fragen nähern, während in den Arbeitsgruppen am Nachmittag vertiefend weiteren Aspekten des Themas nachgegangen werden wird.

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